Münzen und Medaillen

Der Fürther Medailleur Johann Christian Reich und sein Werk

Die kleine Sonderausstellung präsentiert vom 28.9. bis 26.10 2022 den Fürther Medailleur Johann Christian Reich und sein Werk in Auszügen.

Vor 250 Jahren, 1772, schuf der Fürther Medailleur Johann Christian Reich seine ersten vier Medaillen, die als Thema die schlimme Hungersnot hatten, die 1771/72 herrschte. Es folgten viele weitere, etwa 160 Medaillen, auf bedeutende zeitgenössische Ereignisse, wie Friedenschlüsse im Krieg gegen Napoleon oder den Ballonflug von N. F. Blanchard, und auf Personen, wie Kaiser Leopold II., Zarin Katharina II. und den preußischen König Friedrich II.

1730 im damaligen sächsischen, heute thüringischen Eisenberg geboren, ließ sich Johann Christian 1758 in Fürth nieder. Er hatte erkannt, welche Chance die in Fürth herrschende, damals ungewöhnliche freie Wirtschaftsordnung gewährte, in der grundsätzlich jeder produzieren konnte, was und wie er wollte.
Reich, der mittellos nach Fürth gekommen war, arbeitete zunächst in seinem Handwerk als Gürtler, verlegte sich aber dann auf die im Manufakturbetrieb erstmals mögliche Massenherstellung von Rechenpfennigen und Spielmarken.

Sein wirtschaftlicher Aufstieg schlug sich im Eigentum von drei Häusern in der neuerbauten Alexanderstraße und weitem Grundbesitz nieder. Reich wurde einer der wohlhabendsten Bürger Fürths, machte sozusagen eine Karriere vom Tellerwäscher zum Millionär. Zwei der Häuser veräußerte er wieder, um seiner eigentlichen Passion nachgehen zu können: der Entwicklung und Erfindung von mechanischen Instrumenten. Damit wurde er über Fürth hinaus bekannt, was Besucher von weit her unterstreichen. Sie beschrieben, was sie bei Reich zu sehen bekamen: zum Beispiel Wanduhren, Glockenspiele, Orgeln, eine Elektrisiermaschine, eine Donnermaschine, ein Perpetuum Mobile, überhaupt „physikalische und mathematische Instrumente“. Sie bezeichneten Reich als „wahres Genie“ oder als „mechanischen Kopf“. Sein Lebens- und Arbeitsmittelpunkt blieb das Haus Alexanderstraße 22. Er starb 1814 mit 84 Jahren an „Altersschwäche“.

Heute ist Johann Christian Reich vor allem mit seinen zahlreichen zeitgeschichtlichen Medaillen bekannt.
Die von Dr. Matthias Ohm vom Landesmuseum Baden-Württemberg erstellte Ausstellung zeigt sein Leben und viele seiner Medaillen, von denen einige auch mit Fürth zu tun haben, zum 250. Jubiläum der ersten Medaillen.

 

PREISE
Eintritt Sonderausstellung
Erwachsene:   2 Euro
Kinder ab 6 Jahre/Ermäßigte:   1 Euro

 

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