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Stadtentwicklung

Die Stadtentwicklung
Nachdem Ende 1791 der Ansbacher Markgraf Carl Alexander seine fränkischen Besitzungen an seinen Vetter, den preußischen König Friedrich Wilhelm II., übertragen hatte, wurde Fürth alleine von Preußen regiert. Die Königlich-Preußische Armee verlieh dem Machtanspruch Preußens entsprechenden Nachdruck. Der entscheidende Mann Preußens in Franken war Karl August Freiherr von Hardenberg. Seine Amtszeit brachte zahlreiche Neuerungen nach Fürth. Am Marktsplatz entstand ein neues Verwaltungsgebäude mit Stadtgericht als Sitz der straff gegliederten preußischen Justiz- und Polizeikommission, eine neu ausgebaute und gepflasterte Straße führte nun direkt nach Nürnberg, und außerhalb des Ortes wurde ein neuer Friedhof angelegt, weil der Gottesacker um die Kirche St. Michael völlig überfüllt war. Bis ins späte 18. Jahrhundert war die räumliche Entwicklung Fürths eher gemäßigt. Doch durch Zuzug von Reformierten, Juden oder Handwerkern der Umgebung entstanden etliche neue Straßen, wie z. B. die Alexander- oder Bäumenstraße.

 

Der Markt, Stich aus dem Jahre 1708 © Stadtmuseum Fürth


Vom Marktflecken zur Stadt
Fürth wurde unter preußischer Herrschaft ab 1792 geeint, 1806 kam es durch die Napoleonischen Kriege zu Bayern. Der erste bayerische König Maximilian I. Joseph erließ für das junge Königreich jeweils 1808 und 1818 eine Staats- und Gemeindeordnung. Durch die beiden Gemeindeedikte wurde Fürth zunächst zur Stadt, 1818 zur Stadt I. Klasse ernannt. Die benötigte Einwohnerzahl und wirtschaftliche Bedeutung hatte Fürth schon im Laufe des 18. Jahrhunderts erreicht. Eine Stadt I. Klasse hatte Anspruch auf eine von der Bürgervertretung gewählte kommunale Verwaltung. Mit der Ernennung erhielt Fürth auch sein neues Stadtwappen mit dem dreiblättrigen Kleeblatt. Fürths erste städtische Administration wurde vom sehr engagierten Ersten Bürgermeister Franz Joseph von Bäumen angeführt.

 

Die Landkarte von 1740 zeigt die noch bescheidenen Ausmaße des Ortes.

 


© Stadtmuseum Fürth

Anfang des 19. Jahrhunderts zeigten sich zwar im Ortsbild noch barocke Gärten, aber die Entwicklung zur Stadt ist durch die Entstehung vieler neuer Gebäude sichtbar. Der Bau des im Stil des Klassizismus errichteten Rathauses dauerte zehn Jahre und wurde 1850 abgeschlossen. Den Turm "entliehen" sich die Münchner Baumeister und Gebrüder Bürklein, Schüler Friedrich von Gärtners, dem Palazzo Vecchio in Florenz. Bereits 1830 war das neue Krankenhaus an der Schwabacher Straße fertig geworden, und schon einige Jahre zuvor, 1824, war die Knabenschule am Kirchenplatz 2 gebaut worden. Das 1816 erbaute Theater wurde 1857 erweitert, und in den Jahren 1828 und 1826 entstanden die katholische Kirche "Zu Unserer Lieben Frau" und die protestanuische "Auferstehungskirche". Die Expansion der Stadt fand vor allem in Richtung Osten statt.

 

Ab 1883 entstanden die Prachtbauten an der Königswarterstraße und der Hornschuchpromenade © Stadtmuseum Fürth


Expansion im Städtebau
Die große Expansion kam im 19. Jahrhundert. Bedingt durch die Industrialisierung ließen die florierende Wirtschaftsentwicklung Industrieareale und der Zuzug von Arbeitskräften neue Wohnviertel entstehen. Im Südosten, entlang der Ludwigseisenbahn, entstanden vor allem Prachtbauten als Wohn- und Verwaltungsgebäude der Unternehmer und gehobenen Mittelschicht. Im Süden, jenseits der Staatsbahn wurden neben Mietshäusern für die Arbeiter vorwiegend Fabrikbauten errichtet. Flussaue im Westen, Norden und Nordosten begrenzten die Stadtentwicklung in diesen Gegenden zunächst. Ab August 1871 bewarb sich der städtische Magistrat um eine Garnison in Fürth, aber erst 1890 wurden in der Stadt Artillerie-Einheiten angesiedelt, 1893 folgte die Infanterie, später weitere Truppen. In der Fürther Südstadt entstand für das Militär eine große Garnisonssiedlung, die das Gesicht der Stadt nachhaltig prägte. Erst im 20. Jahrhundert wurde auch jenseits der Flüsse Rednitz und Pegnitz im größeren Stil geplant. 1910 bot Fürth das Bild einer aufstrebenden Industriestadt, doch schon kurz darauf zeigten sich die Zeichen des Ersten Weltkrieges. Die erste patriotische Begeisterung wich schnell der Ernüchterung, als Hunger und Verwundete das Stadtbild prägten. Erst nach dem Krieg, in den 1920er Jahren, konnten städtebauliche Pläne, wie die Fertigstellung der Gartenstadt "Eigenes Heim" im Westen der Stadt und das neue Krankenhaus auf der Schwand verwirklicht werden. Auf der Hard siedelten sich erste Industriebetriebe an, und als Fürth 1950 erstmals mit über 100.000 Einwohnern Großstadt wurde, half der Bau der "Kalbsiedlung" die Wohnraumnot nach dem Zweiten Weltkrieg zu lindern. 1956 wurden dann die ersten Häuser der Hardhöhensiedlung gebaut. Ein ganzer Stadtteil für 10.000 Menschen entstand neu. Im Nordosten entstand außerdem die Siedlung "Espan". In den 1960er und 70er Jahren fand mit dem Abriss des Gänsbergviertels in der Innenstadt eine großräumige Flächensanierung statt. Und auch der Abzug der amerikanischen Truppen in den Jahren 1993-95 trug dazu bei, dass die von ihnen vorher genutzten Areale saniert und als familienfreundliche Siedlung der Bevölkerung als Wohn- und Lebensraum übergeben werden konnten. Als 1998 das Grundig-Gelände an der Stadtgrenze zu Nürnberg aufgegeben wurde, entstand im Laufe der Zeit die neue "Uferstadt", in der sich Wissenschaft und Technik mit unterschiedlichen Firmen etablieren konnten und die der Stadt Fürth das Kompetenzsiegel "Wissenschaftsstadt" verliehen haben. Die Umgestaltung des "Grünen Markes", des "Südstadtparks" sowie der Ausbau der "Uferpromenade" zur Flaniermeile sind die städtebaulichen Veränderungen der Stadt, die wirtschaftliches Interesse mit bürgerlicher Nähe verbinden.

 

 


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