Transport und Verkehr

Transport und Verkehr
Die Erschließung neuer Transportwege sichert einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil für Handel und Industrie. Für die industrielle Entwicklung war ein gut funktionierendes Verkehrsnetz unabdingbar. Die billige Anlieferung von Rohstoffen und der Transport der massenweise hergestellten Produkte zu Zwischenhändlern garantierten einen günstigen Endpreis und damit den Absatz der Ware. Mit dem 1843 in Betrieb genommenen Ludwig-Donau-Main-Kanal erschloss sich für Fürth der Anschluss an Donau und Main von Kelheim über Neumarkt in der Oberpfalz und Nürnberg nach Bamberg. Eine durchgehende Schiffsverbindung von Rotterdam bis zum Schwarze Meer war geschaffen und rückte Fürth ins Zentrum des europäischen Handelswesens.

Die Ludwigsbahn von Nürnberg nach Fürth © Stadtarchiv Fürth


Die Ludwigseisenbahn
Den stärksten Eindruck als Zeichen der neuen Zeit hinterließ die erste deutsche Eisenbahnverbindung zwischen Nürnberg und Fürth. Nach dem bayerischen König benannt, trug sie den Namen Ludwigseisenbahn. Die gepflasterte Chaussee von Fürth nach Nürnberg am Anfang des 19. Jahrhunderts noch unter preußischer Herrschaft gebaut, entwickelte sich zur wichtigsten und vielbefahrenen Verbindung zwischen den beiden Städten. Eine Ermittlung des Verkehrsaufkommens im Januar 1833 brachte eine enorme Zahl – über tausend Fahrzeuge pro Tag – und wurde zu einem der Argumente für den Bau einer Eisenbahnstrecke parallel zu der Chaussee. Die erste mit Dampflokomotive betriebene Eisenbahn der Welt fuhr 1825 in England. Das zukunftsweisende Transportmittel war auch rentabel. Eisenbahnaktien erwiesen sich als attraktive Geldanlage, ein Eisenbahnboom setzte ein. Die Gründung einer Eisenbahngesellschaft in Nürnberg/Fürth erfolgte 1833 durch eine Gruppe bedeutender Persönlichkeiten, unter ihnen der Fürther Bürgermeister Franz Joseph von Bäumen und der Nürnberger Kommunalpolitiker und Sozialreformer Johannes Scharrer. Die Lokomotive "Adler" wurde aus England angeliefert, der Lokomotivführer und Chefingenieur William Wilson kam ebenfalls aus England. Am 7. Dezember 1835 fuhr die Ludwigseisenbahn feierlich das erste Mal vom Nürnberger Plärrer zur Fürther Freiheit. Damit nahm die erste Eisenbahn auf deutschem Boden ihren Betrieb auf.

Drunter und drüber
Im Jahre 1916 erfolgte für Fürth der Anschluss an das Luftfahrtswesen. Der Flugplatz Atzenhof wurde in den Kriegsjahren 1916/1917 zwar als Militärflughafen angelegt, nach dem Krieg entwickelte er sich aber zu einem internationalen Zivil-Luftverkehr-Hafen. Für Jahre übernahm der Flughafen eine bedeutende Rolle im internationalen Transportgeschäft. 1928 wurde der Flughafen Atzenhof von Nürnberg übernommen und hieß ab da Flughafen Nürnberg/Fürth. 1933 wurde der Verkehrsflughafen Nürnberg /Fürth geschlossen und zog nach Nürnberg um. Der Flughafen Atzenhof wurde erneut zum Militärflughafen ausgebaut. Aber 1955 wurde der Flugbetrieb am Fürther Flughafen endgültig eingestellt.

Im Jahre 1982 wurde die Trasse der U-Bahn von Nürnberg aus in Richtung Fürth verlängert. Der U-Bahn-Anschluss von Nürnberg nach Fürth reichte vorläufig bis zur Haltestelle Jakobinenstraße. Der weitere Ausbau schloss den Fürther Hauptbahnhof und die Endhaltestelle Rathaus ein, und im dritten und letzten Bauabschnitt wurde die U-Bahn bis zur Hardhöhe weiter geführt. Somit ist die Fürther Versorgung mit einem weitläufigen U-Bahn-Netz abgeschlossen.

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