1800
Der Ort wird in neun Viertel oder Distrikte eingeteilt.
Es existieren mehr als 120 Spiegelschreiner-, 20 Spiegelglasbeleger-, über 3 Dutzend Metallschläger-, und zwei Dutzend Uhrmacherwerkstätten. Durchschnittlich arbeiten 1,5 Personen in einem Betrieb.
In einem Haus wohnen durchschnittlich 22 Personen, in Nürnberg sind es nur sechs.

1801
Fürth ist „Fabrikstadt“ (Ernst Moritz Arndt).
Mit dem Bau der gepflasterten Verbindungsstraße von Fürth nach Nürnberg wird begonnen.
Das barocke Planungskonzept der Stadt entwickelt geradlinige Straßenführung und Häuserfronten.

1802
Der König hat mit dem russischen Hof eine Vereinbarung getroffen: „Inkorrigible“ Verbrecher werden in die sibirischen Bergwerke verbracht.
Die erste Beerdigung am Friedhof Nürnberger Straße findet statt.

1803
Fürth hat 12.611 Einwohner, verteilt auf 3.161 Familien, die in 550 Häusern wohnen.
Einführung der Straßenreinigung.

1803
Gründung der Freimaurerloge „Zur Wahrheit und Freundschaft“.

1804
Der Ort hat 168 Gasthäuser.
Entlang der gepflasterten Chaussee nach Nürnberg werden Pappeln gepflanzt.

1806
Das preußische Ansbach geht an die Krone Bayern über.
Das Besitzergreifungspatent des bayerischen Königs Max I. Joseph bestimmt, dass Ansbach, und damit Fürth, „auf ewige Zeiten“ bei Bayern verbleiben soll.
Es existieren zwei schulgeldpflichtige Volksschulen.

1807
Fürth verliert seine Gewerbs- und Kantonsfreiheit.
Das erste Adressbuch mit Häuserverzeichnis und Angabe über Eigentümer erscheint.
Im Fürther Anzeiger werden wöchentlich die aktuellen Bevölkerungszahlen bekannt gegeben.

1808
Fürth wird Stadt 2. Klasse.
Die Stadt hat 12.694 Einwohner, darunter 2.673 Juden.

1810
1.533 Kinder gehen zur Schule.

1811
Einführung der allgemeinen Schulpflicht in der Stadt.
Die Müllabfuhr geht in kommunale Hände über.
Der Friedhof St. Michael wird geschlossen.
Fürth hat 12.286 Einwohner: 7.526 Protestanten, 303 Katholiken, 8 Reformierte, 2 Griechen und 2.446 Israeliten. Sie verteilten sich auf 3.170 Familien.

1814
In der Stadt gehen 24 Uhrmacher ihrem Gewerbe nach.

1816
Der Nürnberger Schauspieldirektor Joseph Reuter erbaut in Fürth ein privates Theater.
Fürth hat sechs große Brauereien.

1817
Nach den Hungersnöten der letzten Jahre ist die Ernte reichhaltig. Es entsteht ein spontaner Erntedankzug zur Michaelskirche.
Der „Fürther Anzeiger“ wird in „Fürther Intelligenzblatt“ umbenannt.
Der Fabrikant Ochs legt einen Prater an, den „Ochsengarten“.

1818
Fürth wird Stadt 1. Klasse. Der mühsame Weg vom Marktflecken in die relative Selbstständigkeit ist vollzogen. Die Stadt bleibt jedoch der Kreisregierung unterstellt.
Franz von Baeumen wird der erste „städtische“ Bürgermeister.
Das Schulhaus am Kirchenplatz wird eröffnet.

1819
Die Judenverfolgung in Franken geht an Fürth spurlos vorüber.

1820
Das 1813 beschlossene Edikt über die Verhältnisse der jüdischen Glaubensgenossen im Königreich Bayern wird in Fürth angewandt.
Mit Spenden wird eine Verschönerungsaktion bei Straßen und Plätze durchgeführt. 1.185 Bäume werden auf öffentlichem Grund gepflanzt.

1822
86 städtische Öllampen bilden eine funktionstüchtige Straßenbeleuchtung. Laternen und Drähte kosteten über 3.000 fl. Die Unterhaltung bestreiten die Bürger durch freiwillige Beiträge.

1823
Die Nürnberger Schule auf dem Kirchhof weicht einem Neubau.

1824
Die jüdische Talmudschule, die seit dem 17. Jahrhundert existiert, wird geschlossen.
Die Handels- und Gewerbeschule wird eingeweiht.
Die 21 öffentlichen Brunnen werden nummeriert.

1825
Die Kirche „Zu Unserer Lieben Frau“ wird als erste katholische Kirche seit der Reformation gebaut.

1826
Mit der Auferstehungskirche gründen auch die Lutheraner eine weitere Kirchengemeinde.

1827
Die „Englische Anlage“ vor dem späteren Ludwigsbahnhof entsteht. Geschwungene Wege, freier Pflanzenwuchs und ein Musikpavillon sorgen für Atmosphäre beim Flanieren.

1828
Der Bau des christlichen Krankenhauses an der Schwabacher Straße beginnt.

1830
Fürth hat 13.900 Einwohner. (13.967 Schwammberger)
Die Zunft der Uhrmacher hat nur noch 13 Mitglieder.
Der Klein- und Sackuhrmacher Johann Jakob Grosser II. fertigt überregional begehrte Repetier- und Jagduhren.

1831
Der 1801 geborene Dr. Isaak Loewi wird Oberrabbiner der jüdischen Gemeinde in Fürth.
Das Verkehrsaufkommen der Landstraße nach Nürnberg beträgt täglich 1.184 Fußgänger, 494 Personen zu Wagen in 185 Chaisen, 108 mit 236 Tieren bespannten Fuhrwagen.

1834
Einführung von Entwässerungskanälen.

1835
Die erste deutsche Eisenbahn, die Ludwigseisenbahn, fährt zwischen Nürnberg und Fürth. Täglich um 14 Uhr verkehrt der dampfbetriebene Adler, ansonsten wird der Zug von Pferden gezogen.

1837
Die Ludwigsbahn verzeichnet 467.000 Fahrgäste pro Jahr.
Die Kirchengemeinde „Zu Unserer Lieben Frau“ wird eine selbstständige Pfarrei.

1840
Der Bau des Rathauses dauert bis 1844. Es wird nach Plänen des Architekten Georg Friedrich Christian Bürklein unter Mitwirkung von Eduard Bürklein erbaut. Bis 1850 folgt ein weiterer Bauteil mit dem Turm, der dem Palazzo Vecchio in Florenz nachgeahmt ist.
Die Fernstraße nach Stein wird ausgebaut.

1841
Mehrere Krankheitsfälle mit Quecksilbervergiftung werden bekannt: bei der Verarbeitung von Quecksilberbeuteln in Schuhmachereien und auch bei der Einarbeitung von Folien in Glasbelegen.
Johann Wilhelm Engelhardt gründet eine Maschinenfabrik. Die Fabrik produziert Dampfmaschinen, Feuerlöschgeräte und Brauereianlagen. Ein großer Absatzmarkt bei der hohen Fürther Brauereidichte.
Die Lederer Branntwein-Brennerei wird gegründet.

1842
Der Gesangsverein „Eintracht 1842“ wird gegründet.

1843
Der Ludwig-Donau-Main-Kanal wird in Betrieb genommen. Er verbindet Donau und Main von Kelheim über Neumarkt in der Oberpfalz und Nürnberg nach Bamberg. Eine durchgehende Schiffsverbindung von Rotterdam bis zum Schwarzen Meer ist geschaffen.

1844
Gerson Löwensohn gründet eine Kupferdruckerei. Sie wird bald zur ersten Fürther Bilderbuchfabrik.

1846
Anbringung der ersten Briefkästen.
Die Badeanstalt an der Rednitz nimmt ihren Betrieb auf.

1848
Der 1791 geborene Kaufmann Conrad Gebhardt wird als Abgeordneter ins Frankfurter Reichsparlament gewählt. Nach seinem Tod 1864 hinterlässt er seiner Heimatstadt Fürth 5.000 Bücher, 1.000 Manuskripte, 2.000 Holzschnitte, Landkarten und Gemälde.

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