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1900

1900
Fürth hat 54.144 Einwohner.
Die Ludwigsbahn hat jährlich 2,75 Millionen Fahrgäste.
Mit dem Bau der Pauluskirche wird begonnen.

1901
Einführung der Lernmittelfreiheit an Fürther Volksschulen.

1901
Bürgermeister Theodor Kutzer regiert bis 1913. Ab 1908 darf er sich Oberbürgermeister nennen.

1902
Das erste Fürther Elektrizitätswerk entsteht. Anlass ist u.a. die Elektrifizierung des neuen Theaters.
Das Stadttheater wird nach Plänen der Architekten Helmer und Fellner gebaut und mit „Fidelio“ feierlich eröffnet.

1903
Eröffnung der Allgemeinen Ortskrankenkasse nach Plänen Hans Böcklers und Johann Schmidts.
Die Lungenheilstätte im Stadtwald wird eröffnet.
Der Turnverein 1860 wird mit seiner „Spielabteilung“ zum Vorläufer der Spielvereinigung.

1905
In Fürth gibt es 397 Bierwirtschaften, 14 Cafés, vier Weinhäuser, einen Gasthof und zwei Hotels.
Das erste Kaufhaus „Tietz“ in Bayern öffnet am Kohlenmarkt.

1906
Der 1836 in Fürth geborene Kommerzienrat Heinrich Berolzheimer stiftet der Stadt ein kostenloses Volksbildungsheim, das Berolzheimerianum. Es wird im Beisein Prinz Ludwigs von Bayern eröffnet.
Einweihung des Jüdischen Friedhofs an der Erlanger Straße.
Das Gaswerk an der Leyher Straße geht ans Netz.
Die Spielvereinigung löst sich vom TV 1860.
Das alte Flussbad an der Rednitz wird nach Umbau nun städtisch betrieben.

1907
Die ersten elektrischen Bogenlampen werden an verkehrsreichen Straßen installiert.
Der 1883 geborene Industrielle Christian Hornschuch stiftet der Stadt neben anderen sozialen Beteiligungen eine Schulzahnklinik.

1908
Die Entwässerungskanäle werden überwiegend in Pegnitz und Rednitz geleitet.
Der erste Fürther Faschingszug fährt durch die Stadt.
Einweihung des Bismarckturms auf der Hardhöhe.
Die Feuerwache wird gebaut.

1909
Der 1870 in Fürth geborene Louis Alfred Nathan schenkt der Stadt den Nathan-Stift.
Die „Gartenvorstadt“ Eigenes Heim entsteht.

1910
Fürth hat etwa 66.550 Einwohner.
Mit dem Bau der Heinrichskirche wird begonnen.
Die Spielvereinigung weiht den Sportplatz in Ronhof ein.
Die erste elektrische Uhr an der Bahnunterführung Leyher Straße wird in Betrieb genommen.

1911
Eine Heilquelle wird anlässlich des Besuches König Ludwigs auf seinen Namen getauft. Anschließend erfolgt der Ausbau zum Kurbad mit Badehaus und Trinkhalle.
Die Müllabfuhr wird von der Stadt übernommen. Die erste Müllverbrennungsanlage in Süddeutschland geht in Betrieb.
Die erste Kläranlage geht in Betrieb.

1912
Die König-Ludwig-Quelle wird als Heilquelle anerkannt. Das Kurbad Fürth nimmt den Betrieb auf.

1913
Bernhard Kellermanns futuristischer Roman „Der Tunnel“ erscheint. Er wird über eine Million Mal verkauft und in 25 Sprachen übersetzt. Am 4. März 1879 in Fürth geboren, hat der spätere Romancier, Journalist und kritische Pazifist bis zur NS-Zeit einen großen Leserkreis.

1914
Oberbürgermeister Dr. Robert Wild ist bis 1933 im Amt.

1914
Die Kuranlage der König-Ludwig-Quelle verzeichnet 12.000 Badegäste und 75.000 Trinkkurgäste.

1914
Das Endspiel um die deutsche Fußballmeisterschaft zwischen der Spielvereinigung Fürth und dem VfB Leipzig dauert 153 Minuten und endet 3:2.

1916
Der Flugplatz Atzenhof wird in den Kriegsjahren 1916/1917 als Militärflughafen angelegt. Nach dem Krieg wird er zu einem internationalen Zivil-Luftverkehr-Hafen.

1916
Fürth hat 56.967 Einwohner.

1918
Kundgebung der Fürther Arbeiter für den Frieden.

1919
Die Räterepublik dauert in Fürth ganze fünf Tage. Am 11. April lehnt der Arbeiter- und Soldatenrat mit 92:72 Stimmen die Räterepublik ab.
Die ersten Stadtratswahlen finden am 15. Juni statt.

1922
64,8 Prozent der Fürther sprechen sich per Volksentscheid gegen eine Eingemeindung nach Nürnberg aus. Der Stadtrat, der die Vereinigung der Städte befürwortet, tritt geschlossen zurück.
Der Betrieb der Ludwigsbahn wird eingestellt.

1923
Die Vereinigten Blattgoldfabriken sind ein Zusammenschluss von 82 Blattgoldschlägereien im Kampf ums betriebliche Überleben.
Die Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei wird in der Stadt gegründet. 1929 übernimmt Franz Jakob die Leitung.

1924
Die Spielzeugfabrikation von Hans Mangold wird zur Firma GAMA.

1925
Fürth hat etwa 74.000 Einwohner.

1926
Philipp M. Winter gründet die „Optische-Industrie-Anstalt“, die spätere Firma uvex, und produziert Schutzbrillen aller Art..
Paul Bruder gründet eine Spielzeugfirma als Ein-Mann-Betrieb.
Die Spielvereinigung wird wieder Deutscher Fußballmeister.
Gustav Schickedanz lässt im Handelsregister das „Versandhaus Quelle“ eintragen.

1928
Der Flughafen Atzenhof wird von Nürnberg übernommen und heißt nun Flughafen Nürnberg/Fürth.
In Fürth existieren nur noch vier Brauereien. Humbser vergrößert sich u.a. durch den Erwerb der Gräflich-Pückler-Limpurgische Brauerei, Grüner übernimmt die Brauerei Zirndorf, Geißmann modernisiert seinen Betrieb. Mailaender ist die kleinste Brauerei am Ort.

1929
Die Spielvereinigung wird erneut Deutscher Fußballmeister.

1931
In Fürth suchen 12.000 Menschen eine Arbeit.
Einweihung des Fürther Klinikums. Für die Stadt war der Bau ein unvorstellbarer finanzieller Kraftakt.
Die Firma Wilhelm Erhards, des Vaters Ludwig Erhards, geht inflationsbedingt in Konkurs.

1932
Die Deutsche Tafelglas AG entsteht als Zusammenschluss Fürther Glas- und Spiegelhersteller zur Stärkung im Wirtschaftskampf der Branche.
Die Spiegelfirma Mekra-Lang wird gegründet.
Die Spiegelschreiner müssen sich wegen der sinkenden Spiegelproduktion neue Märkte erschließen.
Die Reichsiedlungen werden gebaut. Als erste entsteht die „Ronwaldsiedlung“, die Arbeitslosen die Möglichkeit gibt, mit finanzieller Unterstützung des Reiches ein Eigenheim zu bauen.

1933
Fürth hat ca. 77.200 Einwohner.
Oberbürgermeister Dr. Wild weigert sich im Februar Adolf Hitler auf dem Flugplatz Atzenhof zu begrüßen. Im Mai wird er zwangsweise in den Ruhestand versetzt.
Der NSDAP Stadt- und Kreisleiter Franz Jakob übernimmt die Macht als Bürgermeister mit dem Aufruf: „Wer glaubt, sich der nationalen Entwicklung der Stadt entgegenstemmen zu können, wird sofort beseitigt werden.“ Er regiert die Stadt bis 1940.
Der Verkehrsflughafen Nürnberg /Fürth wird geschlossen und zieht nach Nürnberg um. Der Flughafen Atzenhof wird wieder zum Militärflughafen ausgebaut.
Im April beginnt der Boykott jüdischer Geschäfte und Praxen. Betroffen sind 350 jüdische Betriebe sowie die Entlassung jüdischer Beamte.
Gustav Schickedanz übernimmt im Zuge der Arisierung das jüdische Unternehmen „Tempo Taschentücher“.

1935
Fürth hat 77.000 Einwohner, darunter 1.990 Juden.

1936
Der am 23. März 1912 geborene Kunstturner Alfred Schwarzmann gewinnt bei den Olympischen Spielen drei Goldmedaillen und zwei Bronzemedaillen. Bei der Olympiade 1952 erringt er als 40-Jähriger noch einmal Silber.
Das Stadtmuseum wird im Alten Krankenhaus eingerichtet.

1937
Eröffnung des Stadtmuseums Fürth im Alten Krankenhaus.

1938
Die Synagoge wird in der Reichspogromnacht zerstört. 150 jüdische Männer werden ins KZ Dachau gebracht.
Abriss des Ludwigsbahnhofs.
Die Metz-Werke beginnen mit der Transformatoren und Apparateproduktion in der ehemaligen Spiegelfabrik Wiederer.

1939
Fürth hat 82.315 Einwohner.
Oberbürgermeister Franz Jakob muss Fürth wegen persönlicher Bereicherung verlassen. In die preußische Stadt Thorn nimmt er verschiedene treue Mitarbeiter mit, darunter den Stadtarchivar Schwammberger.

1940
Der erste Luftangriff auf die Stadt wird am 16. August geflogen.
Bis 1944 regiert in Fürth kein Bürgermeister.

1942
Dr. Isaak Hallemann, Direktor des Jüdischen Waisenhauses, wird mit Frau und 33 Waisenkindern im Lager Izbica ermordet.

1944
Bis 1945 ist der kommissarische Oberbürgermeister Dr. Karl Häupler im Amt.

1945
Fürth hat kurz nach Kriegsende etwa 60.000 Einwohner. 2.553 Menschen sind im Krieg gefallen, 2.078 Vermisst, 448 Luftkriegsopfer, die aus 1.990 Personen bestehende jüdische Gemeinde existiert nicht mehr.
Am 19. April besetzen die Amerikaner die Stadt.
Dr. Karl Häupler unterzeichnet die Kapitulationserklärung.
Ludwig Erhard wird bayerischer Wirtschaftsminister.
Etwa elf Prozent der Bausubstanz Fürths wird im Zweiten Weltkrieg zerstört, nach Kriegsende werden 15.000 Heimatvertriebene in Fürth aufgenommen.
Der kommissarische Bürgermeister Adolf Schwiening wird bei der Entnazifizierung als belastet eingestuft und verlässt das Rathaus nach wenigen Monaten.

1946
Fürth hat 95.369 Einwohner.
Der kommissarische Bürgermeister Johann Schmidt regiert für kurze Zeit.
Oberbürgermeister Dr. Hans Bornkessel regiert die Stadt bis 1964.
Die ersten Kommunalwahlen ergeben einen Stadtrat mit 20 SPD-Sitzen, 12 Sitzen für die CSU, vier für die DDP, drei für KPD und zwei Sitze für die WAV.
Drei jüdische Überlebende gründen das „Komitee für die Jüdischen Angelegenheiten in Fürth. Gleichzeitig entstand die „Jüdische Gemeinde Fürth“.
Die „Nürnberger Nachrichten, Fürther Ausgabe“ als Vorläufer der „Fürther Nachrichten“ erscheinen zum ersten Mal.
Die am 20. Oktober 1911 in Fürth als Grete Lachner geborene Grete Schickedanz eröffnet wegen des Berufsverbotes ihres Mannes einen eigenen Textilladen. Schon 1948 macht der Betrieb 31.500 Mark Umsatz.
Das Volksbildungswerk, später Volkshochschule, nimmt mit berufsorientierten Kursen die Arbeit auf. Der Andrang ist enorm.
Die Fürther Gesellschaft der Kunstfreunde wird gegründet.

1947
Die amerikanische Hilfswelle mit Care-Paketen erreicht ihren Höhepunkt. Die Versorgungslage ist trotzdem miserabel.

1948
Der Wiederaufbau der „Quelle“ beginnt. Die Spielwarenfabrik Bruder nimmt die Produktion wieder auf.

1949
Ludwig Erhard wird Bundeswirtschaftsminister.
Grundig fertigt das 100.000. Radiogerät.
Hans Böckler, der am 26. Februar 1875 im fränkischen Trautskirchen zur Welt kommt und in Fürth aufwächst, wird Vorsitzender des gesamtdeutschen Deutschen Gewerkschaftsbundes DGB. In Fürth ist er nach einer Lehre zum Gold- und Silberschmied im Gewerkschaftskartell und als Stadtrat tätig.


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