Sehenswerte Objekte

Metallschlägerhammer

Metallschlägerhammer
20. Jahrhundert

Foto © Stadtmuseum Fürth

Für die Fertigung von Blattgold oder unedlem Blattmetall war früher viel Handarbeit nötig. Um das Produkt herzustellen, musste das Ausgangsmaterial in mehreren Arbeitsgängen mit speziellen Hämmern geschlagen werden. Diese wogen zwischen vier und zwölf Kilogramm. (Städtische Sammlungen Fürth)

Unser Service für blinde und sehbehinderte Menschen: Beschreibung des Metallschlägerhammers
Der 35 cm lange Hammer hat einen glatten Holzstiel, der am unteren Ende leicht verdickt ist, um eine bessere Handhabung zu gewährleisten. Der Hammerkopf ist aus schwarz lackiertem Metall gearbeitet und an beiden Enden verbreitert und gerundet. Sein Durchmesser beträgt etwa 9 cm. Er ist quer durchbohrt. Durch das runde Loch wurde der Holzstiel geführt. Das Ende des Stiels oberhalb des Hammerkopfes ist am Ausstellungsobjekt beschädigt.

Metallschlagen in Fürth
Das Handwerk der Metallschläger entwickelte sich aus der Goldschlägerei. Die Fertigkeit, luxuriöse Objekte mit hauchdünnen Goldblättchen zu belegen und sie damit so aussehen zu lassen, als seien sie aus purem Gold gefertigt, ist in der Menschheitsgeschichte etwa siebentausend Jahre alt.
Die ersten Fürther Goldschläger kamen am Anfang des 18. Jahrhunderts aus Nürnberg. Die strengen Handwerksbestimmungen der Reichsstadt verboten ihnen, neben edlen auch unedle Metalle zu schlagen. In Fürth war das möglich und so konnte sich aus der Gold- die Metallschlägerei entwickeln.
Auch das Privatleben wurde damals durch die strengen Regeln reglementiert. So unterhielt der erste Fürther Goldschläger Hans Mayr in Nürnberg voreheliche Beziehungen und musste deshalb in den Nachbarort ausweichen.
Die Fürther Metallschläger organisierten sich in Zünften: 1725 wurde die Bamberger und 1777 die Ansbacher Vereinigung gegründet. Nach der Übernahme Fürths durch Preußen schlossen sich um 1800 beide Zünfte zusammen. Die Industrialisierung im 19. Jahrhundert veränderte das Metallschlägerhandwerk in Fürth. Dampfbetriebene Maschinenhämmer, aus denen sich Federhämmer entwickelten, übernahmen größtenteils die Handarbeit. Außerdem verdrängten die Bronzefarben allmählich den Einsatz von Blattmetallen. So konnten nur große Metallschlägerbetriebe überleben, die rechtzeitig auf Alternativen wie Bronzefarben oder Metallfolien umgestellt hatten.
Produktionsschritte in der Blattmetallschlägerei
Zu Blattmetall verarbeitet werden können nur Metalle und Metalllegierungen, die sehr dehnbar sind, beispielsweise Gold, Silber, Aluminium, Zinn, Zink oder Bronze.
Das Material wurde zunächst eingeschmolzen und in Barren gegossen. Aus diesen fertigte man durch Walzen lange, dünne Bänder an. Als nächstes schlug man die Bänder mit sogenannten Zainhämmern breit, sodass immer dünnere Metallstreifen entstanden. Sie wurden dann in Quadrate geschnitten, die daraufhin für den ersten Schlagvorgang zwischen sehr dünnem Papier in eine Schlagform eingelegt wurden. Die einzelnen Schläge setzten die Arbeiter von der Mitte spiralförmig nach außen, damit sich das Metall gleichmäßig ausdehnen konnte. Das war eine schwere, aber auch heikle Arbeit, da ein falscher Schlag das ganze vorherige Werk zerstören konnte.
Im Anschluss entnahmen Einlegerinnen die Metallquadrate mit langen, dünnen Holzpinzetten. Sie viertelten diese und legten sie in eine weitere Form ein. Danach ging es zum nächsten Schlagvorgang. Der Ablauf wurde so oft wiederholt, bis ein Produkt in der gewünschten Beschaffenheit entstand.
Das Schlagen war harte Männerarbeit. Das Befüllen der Formen und das Entnehmen der Metallblättchen übernahmen geschickte Einlegerinnen. Gold dehnt sich sehr stark aus und kann bis zu einem Zehntausendstel Millimeter dünn verarbeitet werden. Das Endprodukt der unedlen Metalle und Metalllegierungen kann nicht ganz so weit gedehnt werden.

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