Sehenswerte Objekte

Brosche

Brosche
um 1914

Foto © Stadtmuseum Fürth

Die Brosche zeigt das Bildnis von Leonhard Billmann. Er heiratete am 1. Juni 1914 Elisabetha, geborene Strattner, aus Atzenhof. Schon drei Wochen nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs, am 23. August desselben Jahres, fiel er in Frankreich. Seine Witwe trug die Brosche zur Erinnerung an ihn bis zu ihrem Tod 1973, obwohl sie noch einmal heiratete. (Leihgabe S. Bertagna)

Unser Service für blinde und sehbehinderte Menschen: Beschreibung der Brosche
In der Mitte der Jugendstil-Brosche ist eine kreisrunde Porträtfotografie zu sehen, die das sepiafarbene Brustbild des jungen Leonhard Billman in Militäruniform zeigt. Er schaut dabei frontal den Betrachter an. Eingefasst ist das Bildnis mit filigranen Verzierungen aus Bronze, die in typischen floralen Formen des Jugendstils geschwungen sind. Dadurch wird die Brosche ähnlich eines Rhombus geformt. Insgesamt zieren drei kleine Perlen und zwei rubinfarbene Steine das Schmuckstück. Aus zwei Fassungen sind die Steine oder Perlen verlorengegangen. Die Brosche ist etwa 5 cm breit.

Erster Weltkrieg
Machtpolitische Rivalitäten, die zu einem intensiven Wettrüsten zu Lande und zur See führten, belasteten seit Beginn des 20. Jahrhunderts zunehmend die außenpolitischen Beziehungen des Deutschen Kaiserreichs. Erst in den Jahren vor Ausbruch des Ersten Weltkriegs kam es schließlich zu einer kurzfristigen Entspannung. Verschiedene Krisenherde, beispielsweise auf dem Balkan und das Wettrüsten zur See mit Großbritannien, schienen weitgehend gelöst.
Doch nach der Ermordung des österreichisch-ungarischen Thronfolgers Franz Ferdinand und seiner Gattin Sophie in Sarajevo am 28. Juli 1914 versagten alle diplomatischen Bemühungen um eine Konfliktlösung aufgrund des Machtstrebens der europäischen Großmächte und der Automatismen ihrer Bündnissysteme. Ab August 1914 befanden sich die Mittelmächte Deutschland und Österreich-Ungarn im Krieg gegen die verbündeten Entente-Staaten Frankreich, Großbritannien und Russland.
Der Krieg fand dabei jedoch nicht nur auf den Schlachtfeldern in Europa, den Kolonien in Afrika, im Nahen Osten sowie auf hoher See, sondern mehr als denn je zuvor auch an der „Heimatfront“ statt. Viele Deutsche litten schon bald unter Hunger, waren vom zähen Kriegsverlauf enttäuscht und vom Massentöten an der Westfront schockiert. Der Erste Weltkrieg endete im November 1918 mit der militärischen Niederlage Deutschlands und seines Bündnispartners Österreich-Ungarn. Weltweit starben über neun Millionen Soldaten und mehr als acht Millionen Zivilisten. Eine unbekannte Zahl von Menschen erlitt bleibende körperliche und psychische Schäden.

Die deutsche „Heimatfront“
Während Soldaten auf dem Kriegsfeld kämpften, wurden die Nahrungsmittel der Zivilbevölkerung immer knapper. Das „Kriegsmerkblatt für die Ernährung“, das in München 1916 herauskam, gab in den „10 Geboten der Ernährung“ viele gut gemeinte Empfehlungen, hier einige Beispiele:
„Im Haushalt alles bis zum kleinsten Rest ausnützen und nichts umkommen lassen; Küchenabfälle sammeln für Viehfutter; Mehl und Fett sparen; Kartoffeln in der Schale kochen. Den Teller leer essen und keine Reste liegen lassen. Kartoffeln in allen Zubereitungsarten müssen mehr als bisher in ganz Deutschland Volksgericht werden. Jedes Mädchen, jede Frau bemühe sich, die Gesetze richtiger Ernährung und zweckmäßigen und sparsamen Kochens und Haushaltens zu erlernen; auch der Mann möge sich mehr als bisher um eine richtige und geordnete Wirtschaftsführung kümmern.“
Leider reichten die guten Ratschläge nicht. Der „Steckrübenwinter“ 1916 brachte eine große Hungersnot mit sich. In Deutschland starben von 1914 bis 1918 etwa 800.000 Menschen an den Folgen von Unterernährung.

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