Die Michaeliskirchweih

Die Michaeliskirchweih - Zwischen Tradition und Moderne

Ausstellung verlängert bis zum 20. Dezember 2012

Die Fürther Michaeliskirchweih, weithin als die „Königin der Kirchweihen“ bekannt, entstand wahrscheinlich im 12. Jahrhundert zur Einweihung der Kirche St. Michael. Schon damals war sie Höhepunkt und Spektakel des Jahres. Marktstände, fahrende Händler, Bader mit Wunderelixieren, Gaukler, Artisten und Moritatensänger bevölkerten den Jahrmarkt. Aufzeichnungen aus den folgenden Jahrhunderten belegen den Erfolg und die Beliebtheit dieses Festes, das viele Kaufwillige aus dem Umland in den Ort zog.

Glockendon, Bauernkirchweih um 1530
Foto rechtefrei

Die Gasthäuser sorgten mit erhöhter Bierproduktion für gute Stimmung und gelegentliche Krawalle – beides feste Bestandteile einer gelungenen Kirchweih. Die Industrialisierung machte Dampfkarussells und Fahrgeschäfte verschiedenster Art möglich – von da an war der Siegeszug der Michaeliskirchweih in der Region nicht mehr aufzuhalten. Ein festlicher Erntedankzug, der ab 1954 fest in den Ablauf integriert wurde, trug ebenfalls zum Gelingen bei.

Heute sorgt der Verband der Schausteller für immer neue und waghalsigere Fahrgeschäfte. Nervenkitzel gehört ebenso dazu wie der billige Jakob. Längst bereisen Schausteller das ganze Land, und fahrende Händler sind zu Wirtschaftsunternehmen geworden. Kirchweih war und ist ein gutes Geschäft – für Händler- und Schaustellerdynastien wie für die gastgebende Stadt. In dieser Symbiose konnte sich die Veranstaltung kontinuierlich im Stadtkern ausweiten. Jedes Jahr ist die Innenstadt für zwölf Tage fest in der Hand von Riesenrad und Co. Das Konzept der Kirchweih ist über die Jahrhunderte fast unverändert geblieben – eine einzigartige Erfolgsstory zwischen Tradition und Moderne erfreut Bevölkerung und Touristen bis heute gleichermaßen.

Gezeigt werden Ausstellungsstücke aus vier ereignisreichen Jahrhunderten. Exponate von der Ersterwähnung der Kirchweih 1536, über Land- und Postkarten, Bilder und Fotografien bis hin zu zahlreichen historisch einmaligen Objekten dokumentieren das lange Bestehen der Michaeliskirchweih.

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